Von Daten zu Erkenntnissen: Eine Roadmap für GP2

Juni 24, 2026

Von Cornelis Blauwendraat und Andrew B Singleton

Wir treten nun in eine entscheidende neue Phase unserer weltweiten Forschungsbemühungen ein und freuen wir uns sehr, Ihnen die nächste Phase von GP2 für den Zeitraum 2026–2029 vorzustellen. Zusätzlich zu unseren bestehenden Forschungsbemühungen in der Genetik erweitern wir den Anwendungsbereich von GP2, um die Lücke zwischen der auf der Abstammung basierenden Genomik und ihrer funktionellen Rolle bei der Parkinson-Krankheit (PD) zu schließen. Damit erweitern wir den Anwendungsbereich von GP2 über die Genetik hinaus und beziehen die Erhebung und Analyse weiterer Bioproben ein, darunter Plasma, Zerebrospinalflüssigkeit (CSF), Urin und Hirngewebe.  Derzeit wird die Parkinson-Krankheit als multifaktorielle Erkrankung verstanden, die durch ein komplexes Zusammenspiel zwischen genombasierter Anfälligkeit und umweltbedingten Auslösern bedingt ist. Darum erweitert GP2 seinen Schwerpunkt über seine ursprüngliche Ausrichtung auf die Genetik hinaus und untersucht nun, wie nachgelagerte biologische Signalwege mit dem genetischen Profil der Person interagieren und so das Auftreten und den Krankheitsverlauf beeinflussen. Diese strategische Roadmap steht für ein gemeinsames Engagement, biologische Daten in wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Bedeutung umzuwandeln. Dieser Zeitraum ist der entscheidende Prüfstein, um zu beweisen, dass molekular definierte Daten den Weg zur Heilung sicherer machen können. Im Folgenden geben wir einen allgemeinen Überblick über die vier Säulen, die unsere Zusammenarbeit prägen und unsere Mission auf dem Weg zu personalisierten Parkinson-Behandlungen in den kommenden Jahren vorantreiben.

Strategische Roadmap von GP2

Die neue strategische Roadmap von GP2 gliedert sich in vier zentrale Säulen, die darauf abzielen, das weltweite Verständnis der Parkinson-Krankheit bis zum Jahr 2029 voranzubringen.

  • Der Bereich Erkenntnisse konzentriert sich darauf, die genetische Architektur der Parkinson-Krankheit bei unterschiedlichen Abstammungsgruppen aufzudecken. Dies ist seit 2020 unser zentrales Anliegen und wird auch in Zukunft eine unserer wichtigsten Initiativen bleiben.
  • Der Bereich Mechanismen untersucht die zellulären und transkriptionellen Zusammenhänge dieser genetischen Risiken. In diesem Arbeitsbereich werden biologische Proben, darunter Hirngewebe aus den relevanten Regionen, sowie eine Kombination aus Transkriptomik, Proteomik und Sequenzierungsmethoden genutzt, um neue GWAS-Loci-Treffer in umsetzbare biologische Hypothesen umzuwandeln, die von Zellbiolog*innen überprüft werden können.
  • Der Bereich Subtypisierung zielt darauf ab, mechanistische Krankheitssubtypen mithilfe von Biomarkern wie Proteomik und Lipidomik zu definieren, um Erkenntnisse für die translationale Medizin zu gewinnen.
  • Der Bereich Umwelteinflüsse untersucht anhand von Erhebungen und toxinbasierter Metabolomik, wie externe Auslöser und entzündungsfördernde Belastungen mit der zugrunde liegenden genetischen Architektur interagieren und so weltweit das Parkinson-Risiko beeinflussen.

Zusammen bilden diese Säulen einen multimodalen Ansatz, der auf der etablierten Infrastruktur und den globalen Partnerschaften von GP2 aufbaut. Diese Roadmap ist ein Aufruf an unsere weltweite Gemeinschaft, zu einem tieferen Verständnis der Krankheit beizutragen. Die Verknüpfung unserer Forschungsbemühungen mit mechanistischen Subtypisierungen und Daten zur Umweltexposition ermöglicht es GP2 Erkenntnisse zu liefern, die bisher unerreichbar waren. Der Datensatz jeder Kohorte ist einzigartig und unentbehrlich, um geografische Lücken zu schließen und die statistische Aussagekraft zu gewährleisten. Dies ist notwendig, um die GP2-Meilensteine zu erreichen. Hierbei schätzen wir ihren fortwährenden Beitrag zur Verwirklichung der Vision von GP2. Gemeinsam stellen wir sicher, dass die Zukunft der Parkinson-Forschung weltweit repräsentativ ist und klinisch bahnbrechende Fortschritte bringt.

Die Autoren

GP2 Co-PI und Co-Lead

Cornelis Blauwendraat, PhD

Coalition for Aligning Science | USA

Co-PI und Co-Lead

Andrew B Singleton, PhD

GP2 | Bethesda