Aufbau von Kontakten in ganz Asien: Unterstützung für Regionaltagung und GP2-Workshop Bioinformatik in Bangkok

Juli 14, 2026

Kliniker*innen und Forscher*innen aus ganz Asien trafen sich vom 4. bis 7. Mai 2026 in Bangkok, Thailand, um an einer gemeinsamen Regionaltagung und einem Bioinformatik-Workshop teilzunehmen. Die Veranstaltung brachte Teilnehmende zusammen, die sich dafür einsetzen, die Forschung zur Parkinson-Genetik in Populationen voranzutreiben, die in weltweiten Studien nach wie vor unterrepräsentiert sind. In den letzten Jahren haben die gemeinsamen Bemühungen von GP2 dazu beigetragen, die Forschung zur Parkinson-Genetik in ganz Asien voranzutreiben. Die Unterstützung von Forschenden beim Aufbau lokaler Patientenkohorten und die Erweiterung der verfügbaren genetischen und klinischen Daten haben dazu beigetragen, unser Verständnis über die Parkinson-Genetik in asiatischen Populationen zu verbessern. Die Tagungsteilnehmenden vor der Veranstaltungswand mit dem Schriftzug „Genetik der Parkinson-Krankheit“. Ziel der Regionaltagung an den ersten beiden Tagen war es, die Mission und die strategischen Ausrichtungen von GP2 für die nächsten drei Jahre voranzutreiben und die regionale Zusammenarbeit zu stärken, um die Erhebung genetischer und klinischer Daten aus asiatischen Populationen zu verbessern. Die Sitzungen deckten ein breites Spektrum an Themen ab, darunter Grundlagen der Genetik, laufende GP2-Initiativen zur Parkinson-Krankheit sowie atypische Parkinsonismus-Erkrankungen in verschiedenen asiatischen Ländern. Im Fokus standen Projekte wie die CHECK-PD-Screening-Initiative und die Einrichtung genetischer Kohorten sowohl für Parkinson-Populationen im Prodromalstadium als auch für Populationen mit klinisch manifester Parkinson-Krankheit in Thailand. Weitere Themen waren Umweltfaktoren und deren Wechselwirkung mit der Parkinson-Genetik, die Genetik im Prodromalstadium der Parkinson-Krankheit, therapeutische Implikationen genetischer Befunde bei der Parkinson-Krankheit sowie die Anpassung des Lebensstils (ESSEN-BEWEGUNG-SCHLAF) als therapeutische Strategie, die im Rahmen der thailändischen nationalen Parkinson-Screening-Kohorte umgesetzt wurde. Die Tagung diente zudem als Plattform, um südostasiatische Forschende einzubinden, die bisher noch nicht an GP2 beteiligt waren. Eine Forscherin stellt bei einer wissenschaftlichen Präsentation eine Frage. Insgesamt besuchten 80 Teilnehmende aus Thailand, Indonesien, den Philippinen, Vietnam, Laos, Myanmar und Malaysia die Veranstaltung. Auf der Tagung wurde die Bedeutung der Genetik bereits in den frühesten Stadien der Erkrankung hervorgehoben, um das Potenzial für künftige Ansätze der Präzisionsmedizin auszuschöpfen, die auf populationsspezifischen genetischen Variationen basieren. Diese von GP2 unterstützte Konferenz unterstreicht die Bedeutung internationaler Konsortien für die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs in Südostasien. Insbesondere könnte die Tagung als grundlegende Initiative für ein geplantes Forschungsprojekt dienen, das den Einfluss der Luftverschmutzung und deren Wechselwirkung mit der genetischen Anfälligkeit für das Parkinson-Risiko untersucht, sowie für den Aufbau genetischer Kohorten, um vergleichende Analysen zwischen städtischen und ländlichen Populationen in Thailand zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde die Entwicklung einer Biomarker-Kohorte für die Parkinson-Erkrankung ausführlich erörtert; derzeit laufen aktive Planungen für eine Zusammenarbeit mit einer etablierten internationalen Kohorte.

Aufbau von Kompetenzen und Kapazitäten

An den letzten beiden Tagen der Veranstaltung fand ein Bioinformatik-Workshop statt, der den Teilnehmenden sowohl praktische technische Kompetenzen als auch ein umfassenderes Verständnis dafür vermittelte, wie genetische Befunde interpretiert und kommuniziert werden können. Die bioinformatischen Kapazitäten sind in den Ländern Südostasiens nach wie vor begrenzt, und die Mehrheit der Neurolog*innen mit Interesse an Parkinson verfügt über unzureichende Fachkenntnisse in diesem Bereich. Den Workshop besuchten 20 Teilnehmende aus ganz Süd- und Südostasien, darunter aus Thailand, Indonesien, Malaysia und Pakistan. Die Teilnehmenden kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen, darunter so zum Beispiel aus der Neurologie, dem Fachgebiet Bewegungsstörungen, aus der Forschung und der Datenwissenschaft. Des Weiteren nahmen PhD-Trainees an der Veranstaltung teil. Der Aufbau lokaler Kapazitäten ist unbedingt erforderlich, um die Parkinson-Erkrankung in unterschiedlichen Populationen besser zu verstehen. In den Workshops werden Forschende dazu befähigt, Analysen durchzuführen und Daten aus ihren eigenen Kohorten zu interpretieren. Damit werden den Teilnehmenden die ersten Schritte zum Aufbau der Kompetenzen vermittelt, die für die Durchführung lokal geführter Forschung erforderlich sind. Zukünftige Projekte werden sich auf Einzelgenanalysen, z. B. PRKN, sowie auf Analysen genetischer und digitaler phänotypischer Korrelationen konzentrieren. Während eines Workshops arbeiten die Forscher*innen gemeinsam an Laptops. Ein Tag war der praxisbezogenen Schulung gewidmet, beginnend mit einer Einführung in die Verily Workbench, die Plattform, die GP2 zur Auswertung genetischer und klinischer Daten nutzt. In den folgenden Sitzungen wurden GP2-Daten-Ressourcen, die Analyse klinischer Merkmale, die Identifizierung von Personen, die Varianten in bekannten Parkinson-Genen tragen, sowie die Bewertung des Parkinson-Risikos mittels Fall-Kontroll-Analyse behandelt. Die Anwendung dieser Analysen auf lokale Kohorten wird dazu beitragen, genetische und klinische Muster zu identifizieren, die möglicherweise nur bei asiatische Populationen auftreten, und gleichzeitig weltweit neue Erkenntnisse über das Parkinson-Risiko und den Krankheitsverlauf liefern. Am nächsten Tag verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Interpretation der genetischen Befunde. Die Sitzungen befassten sich mit dem Verfassen von Manuskripten für genetische Studien, Ansätzen zur Interpretation genetischer Ergebnisse sowie mit bewährten Praktiken bei der Rückmeldung und Besprechung genetischer Befunde mit Patient*innen. Alastair Noyce und Andrew Singleton von GP2 hielten Vorträge und beantworteten während der Veranstaltung Fragen. Diese Veranstaltung war bereits der fünfte Bioinformatik-Workshop, der mit Unterstützung der GP2-Arbeitsgruppe Training and Networking in Asien stattfand, nach früheren Workshops in Kalkutta, Indien (2023), Kuala Lumpur, Malaysia (2024) und Bischkek, Kirgisistan (2024, 2025). Auf der Grundlage von Rückmeldungen und regionalen Prioritäten wurde das Programm speziell auf die Bedürfnisse der lokalen Forschungsgemeinschaft zugeschnitten und umfasste die Themen Grundlagen der Bioinformatik, Interpretation von Varianten, Befundmitteilung sowie das Verfassen wissenschaftlicher Manuskripte. Die Konferenz und der Workshop förderten neue Kooperationen und regten die Entwicklung neuer Projekte zur Parkinson-Genetik in ganz Südostasien an. Neben den Sitzungen hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Bangkok zu erkunden und gemeinsam die fantastische Streetfood-Szene der Stadt zu genießen – vor allem den Mango Sticky Rice, der schnell zum Favoriten der Gruppe und zu einem Highlight der Woche wurde! Die Forscher*innen genießen gemeinsam ein Abendessen in Bangkok.


Aus dem Blickwinkel der Organisatoren


Ich habe als Referentin bei dieser Regionaltagung zum ersten Mal einen internationalen Vortrag gehalten und war erstmalig Trainerin bei diesem Workshop – dies war ein bedeutender Meilenstein in meiner Karriere. Vor drei Jahren nahm ich als Trainee am allerersten GP2-Workshop Bioinformatik in Kalkutta, Indien, teil. So konnte ich beide Perspektiven der Veranstaltung erleben und besser die Herausforderungen, aber auch die Begeisterung verstehen, die mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten einhergehen. Das hat auch meine Art zu unterrichten geprägt und mich dazu angeregt, Konzepte aus Perspektiven zu erklären, die für Anfänger*innen verständlich sind. Mein eigener Werdegang wurde durch die Anleitung, Begleitung und Unterstützung vieler Mentor*innen und Kolleg*innen, vor allem aus der GP2-Arbeitsgruppe Training and Networking, erheblich bereichert. Ich bin GP2 dankbar für die Möglichkeiten zu lernen, mich weiterzuentwickeln und der Gemeinschaft auf diesem Weg etwas zurückzugeben.

Die Teilnahme an dieser Tagung und diesem Workshop war etwas ganz Besonderes. Ein Großteil meiner Arbeit bei GP2 konzentriert sich darauf, groß angelegte genetische Daten für Forschende auf der ganzen Welt zugänglicher, nutzbarer und aussagekräftiger zu machen, und dies war für mich ein direktes Spiegelbild dieser Mission. Es war spannend zu beobachten, wie sich Teilnehmende mit unterschiedlichem wissenschaftlichem Hintergrund mit den GP2-Daten auseinandersetzten, durchdachte Fragen stellten und die Analysen mit den Bedürfnissen ihrer eigenen Forschungsgemeinschaften in Verbindung brachten. Diese Erfahrung hat wiederum gezeigt, dass es beim Aufbau von Kapazitäten nicht nur darum geht, Wissen über Daten oder Analysen zu vermitteln, sondern auch darum, ein unterstützendes Netzwerk zu schaffen, in dem Forschende in der Lage sind, Fragen zu stellen und Studien durchzuführen, die für ihre eigenen Populationen von Bedeutung sind. Ich habe Bangkok mit einem Gefühl der Dankbarkeit, neuer Energie und Vorfreude auf die Zukunft der GP2-Kooperationen in Asien verlassen.

Die Ausrichtung der ersten GP2-Konferenz zur Genetik der Parkinson-Krankheit und die Teilnahme am begleitenden Workshop in Thailand waren für mich unglaublich motivierend und haben mir als Allgemeinneurologin geholfen, meine Grundkenntnisse zur Parkinson-Genetik zu vertiefen. Der praxisorientierte Workshop war großartig. Ich konnte meine Kenntnisse in der Bioinformatik vertiefen und mir praktisches Wissen darüber aneignen, wie ich diese Kenntnisse bei der Analyse genetischer Daten anwenden kann. Als Gastgeberin vor Ort war ich dankbar für die Gelegenheit, mit Wissenschaftler*innen und Forscher*innen aus aller Welt in Kontakt zu treten, insbesondere aus anderen Standorten in Thailand und unseren südostasiatischen Nachbarländern. Es war spannend, unsere Forschungsergebnisse vorzustellen, Ideen auszutauschen und mit führenden Expert*innen zusammenzuarbeiten – unterstützt von der GP2-Arbeitsgruppe Training and Networking. Diese gemeinsamen Erfahrungen werden unsere laufenden genetischen Projekte erheblich voranbringen, neue Forschungsansätze mit Schwerpunkt auf der Parkinson-Krankheit und verwandten Erkrankungen aufzeigen und unser Netzwerk für künftige Kooperationen stärken.

Pattamon Panyakaew, M.D. hat auch an diesem Artikel mitgewirkt.

Treffen Sie die Autoren

Member

Yi Wen Tay, BSc,PhD

University of Malaya | Malaysia

Biomedizinische Datenwissenschaftlerin, Contractor

Mary B. Makarious, PhD

National Institutes of Health | Washington D.C., USA