100.000 Teilnehmer*innen – Tendenz steigend – Riesiger globaler Gen-Datensatz ermöglicht neue Erkenntnisse zur Parkinson-Krankheit

Dezember 1, 2025

  • Wichtiger Daten-Meilenstein verleiht Wissenschaftler*innen die statistische Möglichkeit, neue Risikofaktoren aufzudecken und die Entwicklung von Therapeutika weltweit zu beschleunigen.
  • Mehr als ein Drittel (über 33.000) der Studienteilnehmer*innen stammt aus Bevölkerungsgruppen und Regionen, die in genetischen Studien bisher historisch unterrepräsentiert waren, wodurch langjährige Lücken in der Genforschung geschlossen werden konnten.
  • Dieser bislang unerreichte Datensatz hat bereits zur Entdeckung von mehr als 50 neuen genetischen Krankheitsrisikofaktoren geführt, unter anderem auch in unterrepräsentierten Gruppen. Es wird erwartet, dass das Programm in den kommenden Jahren zu einer Vielzahl weiterer Entdeckungen führen wird.
  • Die Ergebnisse des Global Parkinson’s Genetics Program (GP2) werden zu einem besseren Verständnis der Krankheit beitragen und zu besseren Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für alle Patientinnen und Patienten führen.

WASHINGTON, D.C., 1. Dezember 2025 – Forschende haben einen wichtigen Meilenstein bei der Erforschung und Behandlung der Parkinson-Krankheit erreicht: Mehr als 100.000 DNA-Proben von Studienteilnehmer*innen aus aller Welt wurden nun im Rahmen des Global Parkinson’s Genetics Program (GP2) genotypisiert und sequenziert. GP2 ist ein Ressourcenprogramm von Aligning Science Across Parkinson’s (ASAP), das von der Coalition for Aligning Science (CAS) verwaltet und in Zusammenarbeit mit der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research (MJFF) umgesetzt wird. Der GP2-Datensatz ist einer der umfassendsten und weltweit repräsentativsten Datensätze, der jemals für eine neurodegenerative Erkrankung zusammengestellt wurde, und bietet somit eine bislang unerreichte Aussagekraft, die erforderlich ist, um neue genetische Risikofaktoren zu entschlüsseln und die Entwicklung von gezielten Therapien zu beschleunigen. Dieses außergewöhnlich hohe Niveau der Datenerfassung und -analyse wurde durch die Beziehungen ermöglicht, die GP2 zu Organisationen, Forschenden und Gemeinschaften in mehr als 70 Ländern und Regionen weltweit aufgebaut hat. GP2 ermöglicht eine gebündelte Datenerfassung von mehr als 300 Forschungsgruppen weltweit, die für das Engagement von 300.000 Freiwilligen stehen, von denen inzwischen 100.000 DNA-Proben genotypisiert und sequenziert wurden – Tendenz steigend. Die Daten werden harmonisiert und Forschenden weltweit über die Cloud-Computing-Plattform AMP® PDRD zur Verfügung gestellt, einer Plattform für den Datenaustausch, die im Rahmen einer umfassenderen Open-Science-Initiative dazu beiträgt, die genetischen Daten von GP2 Forschenden weltweit zugänglich zu machen. „Wir verzeichnen nun mehr als 100.000 Proben – das ist nicht nur eine Zahl, sondern ein Meilenstein, der eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Parkinson-Forschung bildet“, so Sonya Dumanis, PhD und stellvertretende Direktorin von ASAP. „GP2 diversifiziert diesen Datensatz mit bislang unerreichter Geschwindigkeit und dient als Entdeckungsmaschine für die Identifizierung neuer Krankheitsmechanismen und -ziele. Gleichermaßen wird sichergestellt, dass die Neuentdeckungen ein vollständigeres Bild der Krankheit widerspiegeln.“  Mit mehr als 100.000 genotypisierten und sequenzierten Proben verfügen Forschende nun über die statistische Möglichkeit, neue genetische Risikofaktoren für die Parkinson-Krankheit schneller als bisher aufzudecken. Entscheidend ist, dass mehr als ein Drittel der Studienteilnehmer*innen (über 33.000) aus Bevölkerungsgruppen und Regionen stammt, die in der Genomforschung bisher historisch unterrepräsentiert waren. Damit wird eine Lücke geschlossen, da frühere genetische Studien fast ausschließlich an Bevölkerungsgruppen nordeuropäischer Abstammung durchgeführt wurden. Mit der Diversifizierung der genetischen Daten kann sichergestellt werden, dass zukünftige Entdeckungen die gesamte von Parkinson betroffene Weltbevölkerung widerspiegeln und ihr zugutekommen. Durch die Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen erhalten Forschende wichtige Erkenntnisse zum besseren Verständnis von Krankheitssubtypen und deren Mechanismen, die sonst verborgen bleiben würden. „Dieser Meilenstein ist ein wichtiges Ergebnis einer der bedeutendsten genetischen Parkinson-Studien in Umfang und Kooperation, die jemals durchgeführt wurde, so Brian Fiske, PhD und Chief Scientist bei MJFF. „Als langjähriger Unterstützer und Förderer der Parkinson-Genforschung, einschließlich früher Bemühungen, unterrepräsentierte Gemeinschaften stärker einzubeziehen, sehe ich die bislang unerreichte Dimension von GP2 und die damit geschaffenen Ressourcen als wegweisend.“ Der Ansatz von GP2 zeigt bereits erste Ergebnisse. 2023 konnten GP2-Forschende eine neue Risikovariante im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit bei Personen afrikanischer Abstammung identifizieren. Die Variante betrifft das GBA1-Gen, wodurch ein neuer biologischer Signalweg aufgedeckt und ein neues Ziel für Präzisionstherapien ermittelt wurde. Die GP2-Daten haben bereits zu mehr als 50 neuen genetischen Erkenntnissen im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit beigetragen. Dies wird unser Wissen über das Parkinson-Risiko erweitern und Informationen für potenzielle gezielte Therapien liefern. Das Programm soll in den kommenden Jahren außerdem mehr als 50 neue genetische Risikovarianten identifizieren, darunter auch abstammungsspezifische Erkenntnisse, die gezielte Therapien ermöglichen werden. „Mit unserem globalen Ansatz können wir genetische Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen vergleichen, gemeinsame Mechanismen der Krankheit aufdecken und die Entwicklung von Therapeutika beschleunigen“, so Cornelis Blauwendraat, PhD und GP2-Programmleiter. „Dieser ständig wachsende Datensatz wird unser Wissen über die Biologie der Parkinson-Krankheit für alle Betroffenen weltweit vertiefen.“ Das Kooperationsmodell und der offene Wissenschaftsansatz von GP2 ermöglichen es, die GP2-Daten und -Tools für Forschende weltweit zur Verfügung zu stellen und die erforderlichen Schulungen und notwendige Infrastruktur bereitzustellen, um neue Erkenntnisse voranzutreiben. Zusätzlich zur Datenerhebung investiert GP2 auch direkt in die lokale Infrastruktur, Ausbildung, wissenschaftliche Führungsaufgaben und die Finanzierung von Doktorandenstipendien in unterrepräsentierten Regionen. Weltweit stehen mehr als 100 Ausbildungsmodule in mehreren Sprachen zur Verfügung, die Wissenschaftler*innen die Möglichkeit geben, GP2-Daten innerhalb ihrer eigenen Einrichtungen zu analysieren und anzuwenden. Diese Bemühungen stellen sicher, dass Erkenntnisse in Zusammenarbeit mit und für die Gemeinschaften, denen sie dienen, aufgebaut werden, was das Engagement von GP2 für kulturell relevante und nachhaltige Wissenschaft widerspiegelt. Forschende, die an der 11. Datenfreigabe interessiert sind, finden weitere Informationen unter https://gp2.org/the-components-of-gp2s-11th-data-release/. ###Über Aligning Science Across Parkinson’s Aligning Science Across Parkinson’s ist eine Forschungsinitiative von internationalen, multidisziplinären und institutionenübergreifenden Forschenden, die sich mit Ressourcen- und Wissenslücken in der Entwicklung und Progression der Parkinson-Krankheit befassen. ASAP ist fest davon überzeugt, dass wir die Fortschritte durch einen kooperativen und offenen Forschungsansatz beschleunigen können. ASAP wird von der Coalition for Aligning Science verwaltet und arbeitet bei der Programmumsetzung mit der Michael J. Fox Foundation zusammen. Weitere Informationen finden Sie unter https://parkinsonsroadmap.org/. Sie können sich mit uns auch auf LinkedIn und Bluesky verbinden. Über das Global Parkinson’s Genetics Program Das Global Parkinson’s Genetics Program (GP2) ist ein ehrgeiziges Programm mit dem Ziel, das Wissen über die genetische Architektur der Parkinson-Erkrankung in einem globalen Kontext zu erweitern. Das Programm wird von Andrew Singleton, PhD, und Cornelis Blauwendraat, PhD, geleitet und besteht aus Mitgliedsorganisationen aus aller Welt. GP2 baut die größte und vielfältigste Parkinson-Datenbank weltweit auf und schafft eine globale Gemeinschaft, die neu entstehende Forschungsbedürfnisse rasch angehen möchte. GP2 wird durch die Initiative Aligning Science Across Parkinson’s (ASAP) finanziert, durch die Coalition for Aligning Science (CAS) verwaltet und von der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research umgesetzt. Weitere Informationen finden Sie unter https://gp2.org/. Pressekontakt: Rosanna Vierra, GMMB für ASAP [email protected] +1 808-215-1173