Wie weit wir bereits gekommen sind und was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben: das GP2 Annual Investigators Meeting 2025

Dezember 10, 2025

Von Madeline Klinger

 

Im Oktober kamen über 230 Forscher*innen aus 52 Ländern aus der ganzen Welt in Honolulu, Hawaii, zum 5. Annual Investigators Meeting (AIM) des Global Parkinson’s Genetics Program (GP2) zusammen. Trotz lockender Sonne und Wellen herrschte im Konferenzsaal eine überschäumende Energie. Die Gespräche drehten sich um Themen wie Community-Building, die beeindruckenden Fortschritte der letzten sechs Jahre und mögliche Wege in die Zukunft. Die Begeisterung war förmlich spürbar. Seit der ersten genomweiten Assoziationsstudie von GP2 im Jahr 2023, mit der eine neue Risikovariante bei westafrikanischen Populationen aufgenommen wurde, hat die Zahl der mit GP2 verbundenen Forschungsergebnisse rapide zugenommen, sodass mittlerweile über 40 GP2-Artikel verfügbar sind. Im Zuge der 10. Datenfreigabe von GP2 im Juli dieses Jahres stieg die Anzahl der genotypisierten Proben auf 92.021. Mit jeder weiteren Aktualisierung kommt GP2 seinem Ziel, 250.000 Personen weltweit zu genotypisieren, einen weiteren Schritt näher. Bei der GP2-Jahrestagung AIM 2025 konnten wir zurückzublicken und ermessen, wie weit wir bereits gekommen sind und was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben, um dieses Ziel zu erreichen. Im Laufe der zwei Tage hörten die Teilnehmenden Vorträge von über 35 Kolleg*innen, unter anderem 15 Trainees, und konnten sich 44 Posterpräsentationen ansehen. In den Sitzungen kristallisierten sich drei Kernthemen heraus:

  • Ergebnisse aus globalen genetischen Studien: Die Teilnehmenden erfuhren von neuen Resultaten aus fünf populationsspezifischen genomweiten Assoziationsstudien (GWAS), die im letzten Jahr bei afrikanischen, europäischen, lateinamerikanischen, südasiatischen und nach Geschlecht stratifizierten Populationen durchgeführt wurden. In einigen an den vorgestellten Studien beteiligten Ländern waren noch nie zuvor genetische Daten zu Morbus Parkinson gesammelt worden, was die greifbare Wirkung von GP2 in der Parkinson-Forschung unterstreicht. So erfuhren die Teilnehmenden etwa, dass GP2 in Kirgisistan die Ausbildung von 30 Neurolog*innen, die Einrichtung eines Parkinson-Registers und die Entwicklung der ersten Biobank des Landes ermöglicht hat.
  • Zugang zu Daten: GP2 hat einen neuen standardisierten Zeitplan für die Freigabe und Rückgabe von Daten zusammen mit aktualisierter Dokumentation aufgelegt, um die Lesbarkeit der Daten zu verbessern. Die Teilnehmenden lernten darüber hinaus fünf neue Datenbrowser kennen, wie zum Beispiel den neuen GP2-Genom-Browser, der in Zusammenarbeit mit dem Broad Institute entwickelt wurde, um die Navigation durch die gesammelten Ergebnisse zu vereinfachen.
  • Karriereentwicklung: Das GP2-Trainee-Netzwerk bot einen Überblick über Möglichkeiten für die Karriereentwicklung, wie beispielsweise das Train-the-Trainer-Workshop-Modell, das sich den Transfer von Labor-, Bioinformatik- und Mentoring-Kompetenzen zum Ziel gesetzt hat, um so lokale Kapazitäten in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa aufzubauen.

Diese Sitzungen legten gemeinsam den Grundstein für eine Erfolgsmeldung, die auf der Tagung verkündet wurde: GP2 hat mittlerweile 100.000 Proben genotypisiert, wobei ein Drittel hiervon durch unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen weltweit freiwillig zur Verfügung gestellt wurde. In den Anfängen von GP2 im Jahr 2020 schien manchen das Ziel von 250.000 Proben in fast unerreichbarer Ferne zu liegen. Die bisherigen Erfolge von GP2 haben jedoch gezeigt, dass scheinbar unüberwindbare Aufgaben sich durch weltweite Zusammenarbeit, den Austausch von Fachwissen und den Aufbau von Kapazitäten bewältigen lassen. Und wo geht es jetzt für GP2 hin? Summa summarum ist für das GP2 AIM 2025 festzustellen, dass sich hier alte Freund*innen und Kolleg*innen wiedergefunden haben, neue Kontakte geknüpft wurden und das gemeinsame Engagement für die globale Beteiligung an der Parkinson-Forschung bekräftigt werden konnte. Beflügelt von den bisherigen Erfolgen setzen die Forscher*innen nun Kurs auf das Ziel von 350.000 Proben bis 2030. Die beeindruckenden Forschungsergebnisse der letzten sechs Jahre haben GP2 dazu motiviert, den Fokus für die kommenden Jahre auf die funktionelle Genomik auszuweiten, die Forscher*innen und Kliniker*innen helfen wird, Krankheitssubtypen und zugrunde liegende Mechanismen in einem globalen Kontext besser zu verstehen. Selbst mitten im Pazifik, Tausende von Kilometern von der Heimat entfernt, vergegenwärtigte das GP2 AIM 2025 den Forscher*innen, dass sie trotz der geografischen Distanzen vereint sind in ihrem Streben nach einer effektiveren, gerechteren und zugänglicheren Parkinson-Behandlung auf der ganzen Welt.

Treffen Sie die Autoren

Associate Program Officer

Madeline Klinger, PhD

Coalition for Aligning Science | Oakland, USA