{"id":50011804,"date":"2020-10-30T20:54:58","date_gmt":"2020-10-31T00:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/gp2-stage-updated.local\/open-science-oeffnet-tueren\/"},"modified":"2024-11-13T22:33:46","modified_gmt":"2024-11-14T03:33:46","slug":"open-science-oeffnet-tueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gp2.org\/de\/open-science-oeffnet-tueren\/","title":{"rendered":"Open Science \u00f6ffnet T\u00fcren"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Open Science bringt den Wert aller Interessengruppen zur Geltung<\/strong><\/li>\n<li><strong>Open Science liefert die besten Ergebnisse bezogen auf den Ressourceneinsatz<\/strong><\/li>\n<li><strong>Open Science erm\u00f6glicht gro\u00dfe Entdeckungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das grundlegende Versprechen der wissenschaftlichen Forschung besteht darin, die Geheimnisse des Unbekannten zu l\u00fcften. Historisch gesehen wurde Forschung \u00fcberwiegend durch Wissenschaftler*innen betrieben, die alleine oder in kleinen Teams intensiv an einer spezifischen Fragestellung forschten. Dieser Archetypus ist so allgegenw\u00e4rtig, dass sogar in Cartoons regelm\u00e4\u00dfig das Bild einer einzelnen Person heraufbeschworen wird, die konzentriert in ein Mikroskop starrt. Dieses Modell veranschaulicht, wie viele Menschen \u00fcber Wissenschaft denken: Formuliere eine Fragestellung, erforsche sie eingehend und teile <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">dann<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\"> Deine Erkenntnisse. Das metaphorische Mikroskop \u2013 ein Paar Augen, die unter Ausschluss aller anderen Stimuli aufmerksam auf einen Ausschnitt aus dem Ganzen gerichtet sind \u2013 ist ein Teil des Problems.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wissenschaftliche Entdeckung ist zwar nach wie vor auf sorgf\u00e4ltige Forschung angewiesen, doch stellt ein Labor mit Fokussierung auf nur einen Themenbereich einen Ressourcen-Engpass dar. Allzu h\u00e4ufig verlangsamt der begrenzte Zugang zu Daten und Werkzeuen\/Tools den Entdeckungsprozess und f\u00fchrt zu kostspieligen und ineffizienten \u00dcberschneidungen. Die Kosten f\u00fcr Forscher*innen \u2013 und Patient*innen \u2013 sind besonders hoch, da es m\u00f6glicherweise Jahre dauert, bis Daten und Schlussfolgerungen generiert und publiziert sind \u2013 nur um dann durch ein minimal unterschiedlich gelagertes Projekt in den Schatten gestellt zu werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Konsequenzen eines solchen Modells sind leicht zu erkennen. Die Generieung solcher Daten ist oft eher ein durch Wettbewerb anstatt Kooperation gepr\u00e4gtes Unterfangen, was den wissenschaftlichen Entdeckungsprozess behindert. Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Generierung und Pflege des Datenbestands stehen h\u00e4ufig im Wettstreit mit der durchgef\u00fchrten wissenschaftlichen Forschung, und die Beitr\u00e4ge einzelner Forscher*innen werden im Prozess wom\u00f6glich gemindert. Dieser geschlossene Prozess f\u00fchrt unweigerlich zu zerst\u00fcckelten Silo-Datens\u00e4tzen, die teurer in der Erzeugung und schwieriger zu analysieren und zu vergleichen sind. Schlimmer noch: Man verpasst Entdeckungen wom\u00f6glich, wenn es nicht m\u00f6glich ist, isolierte Datens\u00e4tze effektiv zu vergleichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Als Alternative zu einem solchen Modell wird h\u00e4ufig die \u201eOpen Science\u201c, d.h. die frei zug\u00e4ngliche Wissenschaft, genannt. Ein Ansatz besteht hierbei darin, gemeinsame Plattformen f\u00fcr Forschungsdaten aufzubauen und dann Mittel und Wege zu entwickeln, wie zahlreiche Forscher*innen gleichzeitig daran arbeiten k\u00f6nnen. Forschungsverb\u00fcnde wie das ENCODE Project<\/span><span style=\"font-weight: 400\">, GTEx<\/span><span style=\"font-weight: 400\"> und andere haben zunehmend deutlich den Mehrwert einer kooperativen Datengenerierung aufgezeigt und nachhaltige Erfolge gezeitigt, indem sie M\u00f6glichkeiten f\u00fcr hochkar\u00e4tige Forschung mit entsprechender Wirkung schufen. Forscher*innen mit unterschiedlichen Interessen und Expertise nutzen die Daten unabh\u00e4ngig oder kooperativ, je nach Bedarf. Aus der Perspektive der Ressourcengenerierung k\u00f6nnen bei diesem Modell mit demselben Ressourceneinsatz (Finanzierung, Zeit, Arbeitsaufwand) gr\u00f6\u00dfere und wertvollere Datens\u00e4tze entstehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wenn Forschungspl\u00e4ne, Fr\u00fchergebnisse und Herausforderungen geteilt werden, verst\u00e4rkt sich dadurch ebenfalls die Wirkung der Beitr\u00e4ge Einzelner in einem Projekt, womit Forscher*innen aufkommende Schl\u00fcsselfragen aufgreifen und bearbeiten k\u00f6nnen. Besonders wichtig ist dies f\u00fcr Forscher*innen und Trainees, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und im Rahmen eines Open-Science-Modells eine gewisse \u00d6ffentlichkeitswirkung und Zugang zu Chancen erlangen. Dieses Modell f\u00f6rdert ebenfalls die gleichberechtigte Zusammenarbeit, da Einzelne hier Beitr\u00e4ge zu laufenden Arbeiten leisten k\u00f6nnen \u2013 im Wissen darum, dass ihre Anstrengungen im Prozess gew\u00fcrdigt werden. Dieser Schwerpunkt auf der kontinuierlichen Arbeitsteilung im Arbeitsprozess f\u00f6rdert auch Best\u00a0Practices bei der Entwicklung von gemeinsamen Werkzeugen und Ressourcen und erh\u00f6ht die Anzahl der Forscher*innen, die das entsprechende R\u00fcstzeug f\u00fcr Handhabung und Nutzung bestehender Daten haben. Genauso wie GP2 einen gleichberechtigten Nutzen f\u00fcr die verschiedenen einbezogenen Kohorten anstrebt, wird mit der Selbstverpflichtung zugunsten der Open Science, also frei zug\u00e4nglichen Forschungsergebnissen, schlie\u00dflich sichergestellt, dass die Ressourcen und M\u00f6glichkeiten tats\u00e4chlich die Forschung \u2013 und die Forscher*innen \u2013 unterst\u00fctzen, die sich an diesem bahnbrechenden Unterfangen beteiligen.<\/span><\/p>\n<p class=\"lede-text\"><sup>[1]<\/sup> <em>ENCODE Project Consortium. An integrated encyclopedia of DNA elements in the human genome. (Eine umfassende Enzyklop\u00e4die der DNA-Elemente im Humangenom.) Nature. 2012;489(7414):57-74. doi:10.1038\/nature11247<\/em><\/p>\n<p class=\"lede-text\"><sup>[2]<\/sup> <a href=\"http:\/\/www.gtexportal.org\">http:\/\/www.gtexportal.org<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei GP2 werden zugrunde liegende Daten, Analyseverfahren und Ergebnisse der Forschungsgemeinde schnellstm\u00f6glich zur Verf\u00fcgung gestellt und die Zugangs- und Nutzungsbarrieren auf das absolute Minimum beschr\u00e4nkt. Der neueste Blog-Beitrag von Bradford Casey unterstreicht den Wert und die Bedeutung von Open Science.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":50019526,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"class_list":["post-50011804","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","post-type-blog-de","topic-gp2-werte-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50011804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50011804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50011804\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50019526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gp2.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50011804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}